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Gespräche mit LegendenLevi Strauss zur Zukunft der Juden in den USA und Europa: «Wir dürfen uns nicht vertreiben lassen!»

Zur Person

Kaum ein Produkt ist heute in unserem Alltag so gegenwärtig wie jenes, das Levi Strauss vor über 150 Jahren zusammen mit seinem Geschäftspartner Jacob Davis geschaffen hat: die Jeans. 1829 in Bayern geboren, wanderte Loeb Strauss, wie er ursprünglich hiess, 1847 zusammen mit seiner verwitweten Mutter und seinen jüngsten Geschwistern nach New York aus. Im Zuge des Goldrausches siedelte er sich 1853 in San Francisco an und eröffnete die Firma Levi Strauss & Co., die Bedarfswaren für Arbeiter herstellte und verkaufte. Zusammen mit Jacob Davis erhielt er 1873 das Patent für Hosen, deren Taschen mit Kupfernieten verstärkt waren. Damit legten Strauss und Davis den Grundstein zum Welterfolg der Denim-Hosen. Levi Strauss starb 1902. Die von ihm gegründete «Levi Strauss & Co.» befindet sich auch heute noch im Familienbesitz und wird von seinen Nachkommen geleitet. Mit Hilfe des KI-Assistenten Grok unterhielt sich FokusIsrael.ch mit Levi Strauss über seine Familiengeschichte, den Erfolg seiner Arbeiterhosen, Boykottforderungen gegen jüdische Geschäfte und die Zukunft von Juden in den USA und in Europa.

Von Sacha Wigdorovits

Herr Strauss, Ihre Familie stammt ursprünglich aus Bayern. Was war der Grund dafür, dass Sie mit Ihrer Mutter und Ihren Geschwistern 1847 in die USA emigrierten?

Levi Strauss: In Buttenheim, Bayern, hatten wir als jüdische Familie viele Beschränkungen – wir durften kein Land besitzen und spürten oft Vorurteile. Nach dem frühen Tod meines Vaters 1846 entschied meine Mutter Rebecca, dass wir in Amerika ein besseres Leben finden könnten. 1847 gingen wir nach New York zu meinen Brüdern. Dort gab es Freiheit und Chancen für harte Arbeit. Es war der richtige Schritt.

Heute wird New York von einem Bürgermeister regiert, der sehr judenfeindlich ist. Würden Sie trotzdem nochmals nach New York emigrieren, oder gingen Sie eher woanders hin?

Levi Strauss: Solche Feindseligkeit hätte mich nicht überrascht – wir Juden kannten sie aus Bayern gut. Dennoch wäre ich wohl wieder nach New York gegangen, weil dort bereits meine Brüder waren und ein Geschäft auf uns wartete. Familie und harte Arbeit zählen mehr als die Worte eines einzelnen Mannes. Amerika hat mir trotz allem Freiheit geschenkt.

Wie haben Sie persönlich Antisemitismus erfahren?

Levi Strauss: In Bayern spürte ich als Junge oft Verachtung. Mein Vater als Hausierer hatte es schwer. In New York und San Francisco war es besser, doch Vorurteile gab es auch hier. Ich habe darauf mit harter Arbeit, Ehrlichkeit und Unterstützung meiner jüdischen Gemeinde geantwortet – das hat mir Respekt eingebracht.

War dies ein Grund, dass Sie die jüdische Gemeinde in San Francisco, wo Sie später hinzogen, immer grosszügig unterstützten?

Levi Strauss: Ja. Eine starke Gemeinde gibt Halt und Würde. In San Francisco half ich gerne beim Aufbau der Temple Emanu-El, unterstützte die Hebrew School, Waisenhäuser und Witwen. Als ich Erfolg hatte, wollte ich denen helfen, die noch am Anfang standen – so wie meine Familie einst. Es ist eine Pflicht und Freude zugleich. Wir Juden müssen zusammenstehen, besonders in einem neuen Land.

Weshalb zogen Sie eigentlich von New York nach San Francisco?

Levi Strauss: 1853 erreichte uns in New York die Nachricht vom grossen Goldrausch in Kalifornien. Meine Brüder und ich sahen die Chance, ein Geschäft im Westen aufzubauen. Ich reiste per Schiff über Panama nach San Francisco und eröffnete Levi Strauss & Co. als Grosshandel für Trockenwaren. Die Minenarbeiter brauchten Kleidung und Werkzeuge – das war ein hervorragendes Geschäftsfeld. Es war der Beginn meines eigenen Weges.

Wie entstanden die berühmten Levi’s-Jeans?

Levi Strauss: Es begann mit einem Schneider aus Nevada: Jacob Davis. Er war Kunde bei mir und kaufte meinen robusten Denim-Stoff. 1872 schrieb er mir, er verstärke Hosen mit Kupfernieten an den Taschen, damit sie bei harter Arbeit nicht reissen. Da er kein Geld für ein Patent hatte, schlug er eine Partnerschaft vor. 1873 erhielten wir gemeinsam das Patent. So entstanden die ersten genieteten «waist overalls» – die späteren Levi’s-Jeans. Die Nachfrage war enorm.

Dann war Jacob Davis also der eigentliche Erfinder des Levi’s Markenzeichens, der Nieten an den Hosentaschen, nicht Sie.

Levi Strauss: Ja, das ist richtig. Jacob Davis hatte die geniale Idee mit den Nieten und hat sie zuerst bei Hosen für Minenarbeiter angewendet. Ich habe den Stoff geliefert und die Partnerschaft sowie die Finanzierung des Patents ermöglicht. Gemeinsam haben wir die Produktion gross gemacht. Es war eine gute Zusammenarbeit – sein Einfallsreichtum und mein Geschäftssinn. Ohne Jacob Davis gäbe es die genieteten Jeans nicht.

Hätten Sie und Jacob Davis damals geglaubt, dass Ihre Jeans ein Welterfolg werden, der bis heute anhält?

Levi Strauss: Ehrlich gesagt: Nein. Wir wussten, dass die genieteten Hosen bei Arbeitern sehr gefragt sein würden, weil sie viel länger hielten. Aber dass sie einmal weltweit zur Mode werden und sogar von Damen und in Friedenszeiten getragen werden, das hätten wir uns nicht träumen lassen. Wir dachten an praktische Arbeitskleidung für den Westen Amerikas. Der Erfolg hat uns beide überrascht und gefreut.

Wie hatten Sie Jacob Davis eigentlich kennengelernt: War das eine «Jewish Connection»?

Levi Strauss: Nein. Jacob Davis war ein Schneider und Kunde meines Grosshandels in San Francisco. Er kaufte regelmässig meinen schweren Denim-Stoff für Zelte, Planen und Arbeitskleidung. Durch diese geschäftliche Verbindung kam der Kontakt zustande. Dass wir beide jüdische Einwanderer waren, schuf sicher zusätzliches Vertrauen, aber der Anstoss zu unserer Partnerschaft war rein geschäftlich.

Heute sind jüdische Firmen und jüdische Künstler überall mit Boykottdrohungen konfrontiert. Hatten Sie auch mit solchen Problemen zu kämpfen?

Levi Strauss: Ja. In meiner Zeit gab es auch Boykotte und Vorurteile gegen jüdische Geschäftsleute, besonders in Europa. In Amerika war es seltener, doch Misstrauen existierte auch hier. Ich habe darauf stets mit besserer Qualität, fairen Preisen und Ehrlichkeit geantwortet. Mein Erfolg kam durch harte Arbeit. Und ich habe mich nie versteckt. Gegen blinden Hass helfen nur Standhaftigkeit und der Respekt, den man sich durch Leistung verdient.

Wie standen Sie damals eigentlich zum Zionismus? War Ihnen Theodor Herzl ein Begriff?

Levi Strauss: Theodor Herzl und seine Ideen wurden gegen Ende meines Lebens bekannt. Ich habe den Wunsch nach einer jüdischen Heimstatt verstanden – nach allem, was wir in Europa erlitten hatten. Dennoch war mein eigener Lebensmittelpunkt Amerika. Hier habe ich Freiheit und Erfolg gefunden. Ich glaubte fest an das Versprechen dieses Landes.

Glauben Sie immer noch, dass Amerika für die Juden sicher ist – nach all dem Antisemitismus, der heute auch hier offen ausgelebt wird?

Levi Strauss: Amerika hat mir und vielen Juden Freiheit und Erfolg geschenkt, wie kein anderes Land. Dennoch sehe ich mit Sorge, dass alter Hass wieder offen zutage tritt – an Universitäten, auf Strassen und in der Politik. Es schmerzt mich. Aber Amerika ist für Juden immer noch besser als viele andere Orte. Doch wir müssen uns auch hier wehren. Durch Bildung, starke Gemeinden und Leistung.

Ist es für die Juden in den USA und Europa nicht sicherer, nach Israel auszuwandern?

Levi Strauss: Viele Juden haben in Israel eine Heimat gefunden, die sie schützt – das respektiere ich zutiefst. Und der Antisemitismus ist alt und kehrt immer wieder zurück, auch in Amerika und Europa. Dennoch glaube ich, dass Juden auch ausserhalb Israels eine Zukunft haben können: durch Stärke, Gemeinschaft und wertvolle Beiträge zur Gesellschaft. Israel ist ein wichtiger Zufluchtsort, doch wir dürfen uns nicht vertreiben lassen.Anmerkung: Dieses Interview wurde mit Hilfe von KI geführt. Es basiert auf Aussagen von Levi Strauss und Berichten über ihn. Im Rahmen unserer Reihe «Gespräche mit Legenden» unterhalten wir uns, unterstützt von KI, mit verstorbenen Persönlichkeiten aus Politik, Religion, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur, die für das Judentum, Israel und unsere Gesellschaft bedeutsam sind, um sie und ihre Ideen dem heutigen Publikum näher zu bringen. Die bisherigen solchen Interviews führten wir mit dem Begründer des modernen Zionismus, Chaim Weizmann, Israels erstem Staatspräsidenten, David Ben-Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten Israels, Israels bisher einziger Ministerpräsidentin, Golda Meir,Anwar Sadat, dem ägyptischen Präsidenten, der 1977 nach Jerusalem reiste, um mit Israel Frieden zu schliessen, Moses, der das jüdische Volk aus der ägyptischen Sklaverei in die Freiheit führte, mit dem im 12. und 13. Jahrhundert lebenden grossen jüdischen Gelehrten Maimonides, mit dem früheren britischen Oberrabbiner Lord Jonathan Sacks, Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse, Albert Einstein, dem Begründer der Relativitätstheorie,Robert Oppenheimer, dem «Vater der Atombombe», der Hollywood-Ikone und Erfinderin Hedy Lamarr, der Unternehmerin Estée Lauderund Milton Friedman, dem Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften.

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