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Gespräche mit LegendenMoses zu FokusIsrael.ch: «In Zeiten existenzieller Bedrohung ist der Kampf eine kollektive Pflicht.»

Zusammenfassung:

Moses, wie war die Erfahrung, das jüdische Volk zu führen, über das du selbst gesagt hast, es ist «ein Volk mit steifem Nacken»?

Moses: Es war die grösste Herausforderung meines Lebens, aber auch die erfüllendste. Dieses Volk war leidenschaftlich, stur und voller Feuer – genau das, was «steifnackig» bedeutet. Es hat gemurrt, gezweifelt und manchmal sogar gegen mich rebelliert. Aber ich habe gelernt: Diese Sturheit ist auch seine Stärke. Sie macht sie zu einem Volk, das für seine Ideale einsteht. 

Was kannst du uns aufgrund deiner Erfahrung in Bezug auf Leadership lehren?

Moses: Leadership beginnt mit Demut und endet mit Dienst. Ich war nicht der Typ, der Macht wollte – ich habe sogar versucht, den Auftrag abzulehnen! Das Wichtigste, was ich gelernt habe: Schau nicht auf dich selbst, sondern auf die Mission und auf die Menschen. Höre zu, auch wenn sie murren. 

Du sagst, Leader müssten demütig sein. Die Thora bezeichnet dich als «den demütigsten Mensch auf Erden». Wie wurdest du dazu?

Moses: Das kam nicht über Nacht. Je näher ich Gott kam, desto klarer wurde mir, wie unendlich gross Er ist und wie klein ich bin. Ich habe als Prinz im Palast des Pharao in Ägypten gelebt, dann als einfacher Schafhirte in Midian. Diese Gegensätze haben mich gelehrt, dass alles von Gott kommt. Demut ist keine Selbsterniedrigung, sondern die ehrliche Erkenntnis: Ich bin nur ein Werkzeug. Je mehr ich Gottes Grösse sah, desto weniger Platz blieb für mein eigenes Ego. Dies ist der Weg – nicht durch Selbsthilfe-Bücher, sondern durch echte Gottesnähe.

Du hast hart mit dem Pharao verhandelt, um das Volk freizulassen. Was war deine Verhandlungstaktik?

Moses: Verhandeln ist kein Pokerspiel, bei dem man den anderen über den Tisch zieht. Ich bin mit einer klaren Forderung gekommen: «Lass mein Volk ziehen!». Denn das war Gottes Auftrag. Ich war beharrlich, habe keine Kompromisse bei den Kernpunkten gemacht, aber gleichzeitig Mitgefühl gezeigt.

Das hat aber nicht funktioniert. Der Pharao liess euch erst gehen, nachdem Gott die Ägypter mit zehn schweren Plagen geschlagen hatte.

Moses: Ja, der Pharao hat uns erst gehen lassen, nachdem die zehn Plagen kamen. Aber ich bin zehn Mal zu Pharao gegangen und habe jedes Mal gesagt: «So spricht der Herr: Lass mein Volk ziehen!» Ich habe ihm sogar gesagt, was passieren wird, bevor jede Plage kam. Das war kein Überraschungsangriff, das war eine klare, wiederholte Warnung mit Chance zum Umdenken. Der Pharao hatte jede Möglichkeit, aus freiem Willen «Ja» zu sagen. Er hat sich jedes Mal dagegen entschieden – aus Stolz, aus Machtgier, aus Hartherzigkeit.

Was lernen wir daraus für heute? Manchmal reicht reines Reden nicht, wenn die andere Seite grundlegende Gerechtigkeit verweigert. Dann braucht es Stärke und Konsequenzen. Aber Gewalt oder Druck dürfen nie das erste Mittel sein und auch nie aus Rache oder Ego kommen. Sie müssen das letzte Mittel und moralisch gerechtfertigt sein, wenn alles andere versagt hat und es um die Befreiung von Unrecht geht. 

Seit 1948 gibt es den Staat Israel. Wenn du ihn als Ministerpräsident führen würdest: Was wären deine drei wichtigsten Prinzipien?

Moses: Erstens: Gerechtigkeit! Das wäre mein oberstes Prinzip. Nicht nur für Juden, sondern für alle, die im Land leben. Ohne echte Gerechtigkeit zerfällt alles. Zweitens: Einheit! Am Sinai standen wir alle zusammen – weltlich, religiös, jung, alt, aus allen Stämmen. Das war unser stärkster Moment. Ich würde alles tun, dass wir uns als ein Volk sehen, das gemeinsam die Verantwortung trägt. Drittens: Sicherheit auf der Basis moralischer Stärke. Das Land zu schützen, ist heilig. Aber Verteidigung darf nie in Grausamkeit oder Überheblichkeit ausarten. 

Du sprichst von Einheit. In Israel existiert aber eine grosse Kluft zwischen der den weltlichen und den strenggläubigen Juden. Was würdest du dagegen tun?

Moses: Ich würde beide Seiten an einen Tisch bringen – nicht nur zum Reden, sondern zum gemeinsamen Lernen und Handeln. Die Thora wurde nicht nur den Frommen gegeben, sondern dem ganzen Volk. Jeder Jude, egal wie er lebt, ist Teil des Bundes. Mein Rezept wäre: gegenseitigen Respekt lernen. Die Weltlichen sollen die Tiefe der Thora entdecken. Die Frommen sollen die Schönheit und die Opfer der weltlichen Juden anerkennen, die oft in Kriegen ihr Leben gelassen haben. Dazu braucht es gemeinsame Projekte und Bildung in Schulen und in der Armee. Spaltung endet nie gut. Jeder muss sich selbst fragen: «Wie kann ich Brücken bauen?»

Der grösste Streitpunkt zwischen den weltlichen und strenggläubigen Juden ist der Militärdienst: Die Ultrareligiösen wollen keinen Militärdienst leisten. Ist das in Ordnung?

Moses: Die Thora ist klar: Wenn das Volk in Gefahr ist, muss jeder seinen Teil beitragen. Die Leviten haben im Tempel gedient, aber sie haben nicht gesagt «Wir beten, ihr kämpft». In Zeiten existentieller Bedrohung war der Kampf immer eine kollektive Pflicht. Heute, mit Feinden, die Israel vernichten wollen, gilt dasselbe: «Pikuach nefesh – Leben zu retten» überwiegt fast alles. Wer körperlich und geistig gesund ist, sollte Dienst leisten. Thora-Lernen ist heilig, aber es ersetzt nicht die konkrete Verteidigung, wenn das Haus brennt. 

Du redest viel über die Thora. Was hat sie für uns heute im Jahr 2026 noch für eine Bedeutung?

Moses: Gute Frage! Du denkst wahrscheinlich: Das ist doch ein uraltes Buch aus der Wüste, was soll das 2026 noch bringen? Wo wir doch heute Künstliche Intelligenz haben, Raumschiffe, Social Media und Klimakrise. Hier ein paar konkrete Dinge, die dir zeigen, dass die Thora auch heute noch Bedeutung hat:

Die Thora ist also so etwas wie ein Navigationsgerät für die menschliche Seele. Die Welt ändert sich, die Apps ändern sich, die Probleme sehen anders aus – aber die Grundfragen bleiben gleich: Wer bin ich? Wofür lebe ich? Wie behandle ich andere? Wie bleibe ich frei?

Viele Menschen heute glauben nicht mehr an Gott. Sie sagen: Es gibt keinen Beweis für seine Existenz. Was erwiderst du ihnen?

Moshe Rabbeinu: Ich verstehe diese Menschen sehr gut, ich war selbst einmal skeptisch. Und es gibt tatsächlich keinen mathematischen Beweis für Gott, den man wie 2+2=4 vorlegen kann. Was ich diesen Menschen aber aus meiner eigenen Erfahrung sagen kann: Schaut euch die Welt an! Das Universum ist unglaublich fein abgestimmt. Die Gesetze der Physik, die Entstehung des Lebens, die unglaubliche Komplexität schon einer einzigen Zelle. Dies alles sieht für mich nicht nach einem riesigen Zufall aus. 

Oder nehmt die Geschichte des Volkes Israel. Ein kleiner, versklavter Stamm wird aus der mächtigsten Nation der damaligen Zeit befreit, erlebt 3300 Jahre Verfolgung, Vertreibung und Holocaust – und ist immer noch da. Das ist statistisch extrem unwahrscheinlich. Für mich ist das ein lebendiger Beweis, dass da eine Kraft am Werk ist, die grösser ist als pure menschliche Willenskraft.

Oder denkt an unser Gewissen. Warum haben fast alle Menschen ein Gefühl dafür, was richtig und was falsch ist – auch wenn sie nicht immer danach handeln? Die Thora sagt: «Weil ihr nach dem Bild Gottes geschaffen seid.» Dieses innere Etwas ist kein evolutionärer Zufall, das ist ein Funke von Ihm.

Am Ende geht es nicht darum, Gott zu beweisen, wie man ein physikalisches Gesetz beweist. Es geht darum, ob man bereit ist, die Möglichkeit zuzulassen, dass es ihn gibt – und dann eine Beziehung zu suchen. Deshalb sage ich den Zweiflern heute: «Seid ehrlich in eurem Zweifel, aber seid auch ehrlich neugierig: Probiert es aus.» Und wenn mir jemand sagt «Ich kann nicht glauben», dann antworte ich: «Okay, aber sei wenigstens ein guter Mensch.» 

Anmerkung: Dieses Interview wurde mit Hilfe des KI-Assistenten Grok geführt. Es basiert auf der Thora («Fünf Bücher Moses) und weiteren klassischen jüdischen Quellen. In den kommenden Wochen werden wir mit weiteren Persönlichkeiten, aus unterschiedlichsten Lebensbereichen – Politik, Religion, Wissenschaft, Kultur –, die für das Judentum und Israel bedeutsam waren, KI-gestützte Gespräche führen, um sie und ihre Ideen dem heutigen Publikum näher zu bringen. Das erste solche Interview fand mit Theodor Herzl statt, dem Begründer des modernen Zionismus, das zweite mit Chaim Weizmann, Israels erstem Staatspräsidenten, das dritte mit David Ben-Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten Israels, das vierte mit Israels bisher einziger Ministerpräsidentin, Golda Meir und das fünfte mit Anwar Sadat, dem ägyptischen Präsidenten, der 1977 nach Jerusalem reiste, um mit Israel Frieden zu schliessen.

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