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Gespräche mit LegendenAlbert Einstein: «Zionismus ist der Weg zur Selbstbestimmung des jüdischen Volkes»

Zusammenfassung

Von Reto E. Wild

Albert Einstein, wie würden Sie Ihre jüdische Identität beschreiben – kulturell, religiös oder beides?

Albert Einstein: Meine Religion ist mehr eine Ethik der Vernunft als irgendein Ritualkalender – aber wer sagt, dass man Vernunft nicht auch mit Moral verbinden kann? Ich sehe mich als Jude, was für mich Zugehörigkeit, Verantwortung und universelle Werte bedeutet.

Sie sprechen oft von einer «kosmischen Religion». Was verstehen Sie darunter?

Albert Einstein: Die «kosmische Religion» bezieht sich auf Ehrfurcht vor der Ordnung des Universums, auf Vernunft, Ethik und Menschlichkeit als zentrale Werte – nicht auf Dogmen oder Rituale.

Wie sehen Sie das Spannungsverhältnis zwischen Wissenschaft und Religion?

Albert Einstein: Wissenschaft und Ethik/Religion sollten sich ergänzen; Wissenschaft erklärt die Welt, Ethik leitet den Einsatz dieser Erkenntnisse zum Guten. Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind. 

Welche Bedeutung hatte der Zionismus für Sie im historischen Kontext?

Albert Einstein: Zionismus sehe ich als Weg zur kulturellen Selbstbestimmung des jüdischen Volkes und zur Rückkehr nach einer spirituellen und intellektuellen Heimat. Zionismus ist die Antwort auf Verfolgung, wobei ich kulturelle Erneuerung und friedliche Selbstbestimmung bevorzuge. 

In einem Brief an den ersten indischen Ministerpräsidenten Jawaharlal Nehru schrieben Sie 1947, dass Sie den Zionismus schon lange vor Hitlers Aufstieg unterstützten, weil sie darin die Möglichkeit sehen, eine schwere historische Ungerechtigkeit zu korrigieren.

Albert Einstein: Seit Jahrhunderten hatte das jüdische Volk als verfolgte Nation ohne Rechte gelebt, und der Zionismus strebt danach, dieser Verletzlichkeit ein Ende zu setzen.

Hatten Sie eine bestimmte Vision einer jüdischen Heimat oder von Staatlichkeit?

Albert Einstein: Mir ist eine demokratische, jüdische Heimat wichtiger als nationalistischer Exklusivismus. Jüdische Selbstbestimmung ist kein Flügelabschneiden der Demokratie, sondern eine Frage der sicheren Zuflucht, der Vernunft und der kulturellen Vielfalt in einer offenen Gesellschaft.

1952, vier Jahre nach der Staatsgründung, wurde Ihnen das Amt des israelischen Staatspräsidenten angeboten. Weshalb lehnten Sie ab?

Albert Einstein: Das Angebot war eine Ehre. Aber ich bin kein Politiker, ich bin Wissenschafter. Wissenschaftsfreiheit und humanistische Werte sind wichtiger als politische Machtstrukturen.

Und Sie sind kein Nationalist.

Albert Einstein: Ja, aber mir war klar, dass ein Volk, das nirgendwo eine sichere Zuflucht hat, letztlich vom guten Willen anderer abhängig ist. Antisemitismus trägt nicht immer Stiefel und Armbinden. Oft verbirgt er sich hinter Fachbereichsausschüssen, moralischer Sprache, sorgfältig gewählten Worten und scheinbar modernen Rechtfertigungen.

Wie sollten Universitäten und Forschungsinstitute gestaltet sein, damit Wissenschaft frei, verantwortungsvoll und inklusiv bleibt?

Albert Einstein: Es braucht rechenschaftspflichtige, partizipative Governance-Strukturen, akademische Freiheit und damit Schutz vor politischer oder wirtschaftlicher Einflussnahme, Ethikleitlinien, Diversität in Lehre und Führung und letztlich eben Kreativität und Freiheit in der Forschung. Das Schönste, was wir erleben können, ist das Mysteriöse. Es ist die Quelle aller wahren Kunst und Wissenschaft.

Sie waren ein wichtiger Förderer der Hebräischen Universität Jerusalem. Welche Ziele standen dabei im Vordergrund?

Albert Einstein: Eine Universität, die Freiheit atmet, ist eine Universität, die Zukunft gestaltet – für Juden wie für alle Menschen, denn Wissen gedeiht dort, wo Dialog statt Dogma herrscht; eine offene Hochschule in Jerusalem kann Brücke und Leuchtturm zugleich sein.

Wie können Wissenschafter zum Frieden in weltweit konfliktbeladenen Regionen beitragen?

Alber Einstein: Frieden kann nicht mit Gewalt bewahrt werden; er wächst aus dem Verständnis füreinander. Erkenntnis speist sich einzig aus der Erfahrung. Nach dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki wollte ich 1946 eine globale Weltregierung schaffen.

Die ETH Zürich hat Sie als ihren berühmtesten Alumnus auf neue Weise zum Leben erweckt. Was halten Sie von der animierten Version «Digital Einstein», die auf Veranstaltungen gezeigt wird?

Albert Einstein: Für einen, der im Herbst 1895 die Aufnahmeprüfung für das damalige Eidgenössische Polytechnikum nicht schaffte, ist das ja nicht so schlecht. Ich wurde in jener Zeit vom Professor für das physikalische Praktikum gefragt, weshalb ich nicht lieber Medizin, Juristerei oder Philologie studieren möchte. Ich antwortete: «Weil mir dazu erst recht die Begabung fehlt, Herr Professor. Warum soll ich es mit der Physik nicht wenigstens probieren?» Als Student war ich ein Vagabund und Eigenbrötler.

Der deutsche Nobelpreisträger und Physiker Philipp Lenard vertrieb Anfang des 20. Jahrhunderts aktiv die antisemitische Verschwörungstheorie, die moderne theoretische Physik, insbesondere Ihre nobelpreisgekrönte Relativitätstheorie, sei ein «jüdischer Betrug» und Versuch, den «arischen Geist» in der Wissenschaft zu zersetzen. Wie gingen Sie mit solchen antisemitischen Angriffen um?

Albert Einstein: Ich opponierte entschieden gegen antisemitische Propaganda und betonte regelmässig, dass Wissenschaft und Universitäten frei von Vorurteilen sein müssen. Schauen Sie: Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

1932 verliessen Sie Deutschland und warnten 1935 in einem Brief aus Amerika, dass die Feindseligkeit gegenüber jüdischen Professoren und Studenten an den Universitäten gefährlich zunehme, auch wenn sie sich in höflicher oder heuchlerischer Form äussere.

Albert Einstein: Höflichkeit darf nicht als Tarnmantel dienen, hinter dem Entmenschlichung wächst; klare Linien gegen Unterdrückung sind unverzichtbar. Überleben der Forschung bedeutet Dialog statt Mauern – Universitäten müssen Brücken bauen, keine Barrieren errichten.

Anmerkung: Dieses Interview wurde mit Hilfe des KI-Assistenten Grok geführt. Es basiert auf den Schriften und weiteren Aussagen von Sigmund Freud. In den kommenden Wochen werden wir mit weiteren Persönlichkeiten, aus unterschiedlichsten Lebensbereichen – Politik, Religion, Wissenschaft, Kultur –, die für das Judentum und Israel bedeutsam waren, KI-gestützte Gespräche führen, um sie und ihre Ideen dem heutigen Publikum näher zu bringen. Das erste solche Interview fand mit Theodor Herzl statt, dem Begründer des modernen Zionismus, das zweite mit Chaim Weizmann, Israels erstem Staatspräsidenten, das dritte mit David Ben-Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten Israels, das vierte mit Israels bisher einziger Ministerpräsidentin, Golda Meir, das fünfte mit Anwar Sadat, dem ägyptischen Präsidenten, der 1977 nach Jerusalem reiste, um mit Israel Frieden zu schliessen, das sechste mit Moses, der das jüdische Volk aus der ägyptischen Sklaverei in die Freiheit führte, das siebte mit dem im 12.und 13. Jahrhundert lebenden grossen jüdischen Gelehrten Maimonides, das achte Interview führten wir mit dem früheren britischen Oberrabbiner Lord Jonathan Sacks., das neunte mit Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse.

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