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Gespräche mit LegendenEstée Lauder zu FokusIsrael.ch: «Antisemitismus beginnt selten mit Gewalt. Er beginnt mit Schweigen»

Zur Person

Estée Lauder wurde 1908 in Queens, New York als Josephine Esther Mentzer geboren. Sie war die Tochter ungarisch-jüdischer Einwanderer und wurde zu einer der prägendsten Unternehmerinnen des 20. Jahrhunderts. Mit vier Hautpflegeprodukten, die sie gemeinsam mit ihrem Onkel in einer Garage hinter dem Haus ihrer Eltern entwickelte, schuf sie eines der grössten Kosmetikimperien der Welt. Doch ihr Genius lag nicht allein im Produkt. Mit einem nahezu unfehlbaren Gespür für Bildsprache, Eleganz und Begehren definierte Estée Lauder die Ästhetik des modernen Beauty-Luxus. Legendär war auch ihre frühe Verkaufskunst. Estée Lauder vereinte Instinkt, Inszenierung und das Wissen, dass Luxus immer zuerst ein Gefühl ist. Als Jüdin, Unternehmerin und Kultur-Architektin verkörperte Estée Lauder, die 2004 starb, eine seltene Verbindung aus Herkunft, Disziplin und visionärer Strenge. Bis heute gilt ihr Name als Synonym für Schönheit, Vertrauen und die Kunst, Luxus nicht nur zu verkaufen, sondern zu inszenieren. Mit Hilfe von KI haben wir mit Estée Lauder gesprochen.

Von Isabelle Arnau

Mrs. Lauder, Sie waren die Tochter jüdischer Einwanderer, und Ihre ersten vier Hautpflegeprodukte entstanden mit Hilfe Ihres Onkels in einer Garage hinter dem Haus Ihrer Eltern. Wenn Sie heute auf die Welt blicken – macht Ihnen die Entwicklung Sorgen?

Estée Lauder: Ja, in gewisser Weise. Ich sehe mehr Polarisierung, weniger Zuhören und eine wachsende Härte im Umgang miteinander. Das beunruhigt mich. Und doch glaube ich weiterhin an jene Kräfte, die meine Familie getragen haben: Bildung, Unternehmergeist und persönliche Verantwortung.

Wie stark hat Ihre jüdische Herkunft Ihren Charakter geprägt?

Estée Lauder: Sehr stark. Als Kind jüdischer Einwanderer wächst man mit dem Bewusstsein auf, dass Sicherheit nie selbstverständlich ist. Man lernt früh, dass Würde, Disziplin und Zusammenhalt keine abstrakten Begriffe sind, sondern Überlebensstrategien.

New York war die Stadt Ihres Aufstiegs. Was empfinden Sie, wenn viele Juden heute den Eindruck haben, Bürgermeister Mamdani sende falsche Signale gegenüber Antisemitismus, und jüdische Familien New York verlassen, weil sie sich dort nicht mehr sicher fühlen?

Estée Lauder: Ich empfinde das als Tragödie für New York. Meine Familie kam in eine Stadt, die Juden nicht nur duldete, sondern ihnen die Möglichkeit gab, etwas aufzubauen. New York wurde gross, weil Menschen mit Talent, Ehrgeiz und Mut hier Zukunft fanden — darunter Millionen jüdischer Einwanderer und ihre Nachkommen. Wenn heute jüdische Familien die Stadt verlassen, weil sie Antisemitismus erleben und den Eindruck haben, dass die politische Führung ihre Sorgen nicht ernst nimmt, dann versagt New York an einem seiner ältesten und wichtigsten Versprechen.

Bürgermeister Mamdani mag unterschiedliche politische Ziele verfolgen. Aber wenn seine Worte, Prioritäten oder öffentlichen Signale dazu führen, dass sich Juden weniger sicher oder weniger willkommen fühlen, dann schadet das nicht nur der jüdischen Gemeinschaft. Es schadet der Stadt selbst. Denn eine Stadt verliert an Stärke, wenn Menschen gehen. Und sie verliert noch mehr, wenn gerade jene gehen, die über Generationen zu ihrem wirtschaftlichen, kulturellen und philanthropischen Fundament beigetragen haben.

Antisemitismus nimmt weltweit wieder zu. Hätten Sie erwartet, dass Juden im 21. Jahrhundert erneut über ihre Sicherheit sprechen müssen?

Estée Lauder: Nein. Ich hatte gehofft, die Geschichte hätte uns mehr gelehrt. Besonders gefährlich ist nicht nur der Hass selbst, sondern seine Normalisierung. Antisemitismus beginnt selten mit Gewalt. Er beginnt mit Schweigen.

Was würden Sie jungen jüdischen Menschen heute mitgeben?

Estée Lauder: Seid sichtbar. Seid stolz. Lasst euch niemals einreden, eure Identität kleiner machen zu müssen, um sicherer zu sein. Stolz ist kein Luxus. Für Juden war er immer auch Schutz.

Welche Bedeutung hat Israel für Sie?

Estée Lauder: Israel ist weit mehr als ein Staat. Für viele Juden ist es die Gewissheit, dass wir nicht mehr vollständig vom Wohlwollen anderer abhängig sind. Das verändert das jüdische Selbstverständnis fundamental.

Haben Sie Angst, dass die Erinnerung an den Holocaust verblasst?

Estée Lauder: Ja. Erinnerung bewahrt sich nicht von selbst. Jede Generation muss sie neu aufnehmen und weitertragen. Die grösste Gefahr ist nicht die Zeit, sondern Gleichgültigkeit.

Haben Sie je das Gefühl gehabt, als jüdische Frau doppelt kämpfen zu müssen?

Estée Lauder: Natürlich. Als Frau musste ich mich behaupten. Als Jüdin musste ich oft mehr leisten, um gleich wahrgenommen zu werden. Aber vielleicht war genau das mein Vorteil: Ich wusste früh, dass man Respekt nicht erwarten kann — man muss ihn sich verdienen.

Sie waren 1998 die einzige Frau auf der «Time»-Liste der 20 einflussreichsten Geschäftsgenies des 20. Jahrhunderts. Was haben Sie damals empfunden?

Estée Lauder: Dankbarkeit. Aber auch Genugtuung. Nicht aus Eitelkeit, sondern weil diese Anerkennung zeigte, dass Beharrlichkeit, Intuition und harte Arbeit genauso viel wert sind wie Kapital oder Macht.

Man sagt, Sie hätten einmal vor Einkäufern absichtlich einen Flakon «Youth Dew» auf den Boden fallen lassen, damit sich der Duft im Raum verbreitet. War das Kalkül oder Instinkt?

Estée Lauder: Beides. Ein Produkt muss nicht nur erklärt werden — es muss erlebt werden. Schönheit ist sinnlich. Duft noch mehr. Ich wusste immer: Wenn Menschen etwas fühlen, erinnern sie sich daran. Verkaufen beginnt nicht beim Verstand. Verkaufen beginnt bei den Sinnen.

Manche Historiker würden sagen, Helena Rubinstein erfand die Kosmetikindustrie und Coco Chanel erfand den modernen Luxus. Was blieb da für Sie noch übrig?

Estée Lauder: Vielleicht das Schwierigste überhaupt: Vertrauen. Rubinstein verstand Wissenschaft. Chanel verstand Sehnsucht. Ich verstand den Moment, in dem eine Frau vor mir sitzt und sagt: «Überzeugen Sie mich.»

Heute wird Estée Lauder von einer neuen Generation geführt. Was muss bleiben, damit eine Marke überlebt?

Estée Lauder: Ihre Seele. Produkte kann man verbessern. Strategien kann man ändern. Aber die Seele einer Marke ist ihr Vertrauen. Wenn das verloren geht, verliert man alles.

Ihr berühmtestes Produkt heisst «Advanced Night Repair». Wenn Sie ein «Advanced World Repair» entwickeln könnten – was wäre darin enthalten?

Estée Lauder: Mehr Demut. Mehr Zuhören. Und sehr viel mehr Menschlichkeit. In der Kosmetik können wir kleine Makel über Nacht verbessern. Die Wunden zwischen Menschen heilen langsamer. Aber Heilung beginnt immer mit Aufmerksamkeit.

Was soll nach Ihnen von Estée Lauder bleiben?

Estée Lauder: Ich hoffe nicht nur Produkte. Vielleicht die Idee, dass Schönheit mehr sein kann als Oberfläche — dass sie Würde, Selbstvertrauen und manchmal sogar Hoffnung schenken kann.

Anmerkung: Dieses Interview wurde mit Hilfe von KI geführt. Es basiert auf Aussagen von Estée Lauder und Dokumentationen über sie. In den kommenden Wochen werden wir mit weiteren Persönlichkeiten, aus unterschiedlichsten Lebensbereichen – Politik, Religion, Wissenschaft, Kultur –, die für das Judentum und Israel bedeutsam waren, KI-gestützte Gespräche führen, um sie und ihre Ideen dem heutigen Publikum näher zu bringen. Die bisherigen solchen Interviews führten wir mit dem Begründer des modernen Zionismus, Chaim Weizmann, Israels erstem Staatspräsidenten, David Ben-Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten Israels, Israels bisher einziger Ministerpräsidentin, Golda Meir, Anwar Sadat, dem ägyptischen Präsidenten, der 1977 nach Jerusalem reiste, um mit Israel Frieden zu schliessen, Moses, der das jüdische Volk aus der ägyptischen Sklaverei in die Freiheit führte, mit dem im 12. und 13. Jahrhundert lebenden grossen jüdischen Gelehrten Maimonides, mit dem früheren britischen Oberrabbiner Lord Jonathan SacksSigmund Freud, dem Begründer der PsychoanalyseAlbert Einstein, dem Begründer der Relativitätstheorie, Robert Oppenheimer, dem «Vater der Atombombe» und der Hollywood-Ikone und Erfinderin Hedy Lamarr.

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