19. Februar 2026
Von A bis U: Die UNO entlarvt sich selbst
Von Sacha Wigdorovits
Am 7. Februar hat die UNO-Sonderbeauftragte für die palästinensischen Gebiete, Francesca A(lbanese), gemäss Amnesty International am Al-Jazeera-Forum in der katarischen Hauptstadt Doha das Folgende gesagt: «Die Tatsache, dass, anstatt Israel zu stoppen, die meisten Länder der Welt es bewaffnet haben und ihm politischen Schutz sowie wirtschaftliche und finanzielle Unterstützung geben. (…) Und, so fuhr Albanese fort: «Wir, die wir keine grossen Mengen an Kapital, Algorithmen und Waffen kontrollieren, sehen jetzt, dass wir als Menschheit einen gemeinsamen Feind haben.»
Diese Aussage führte zu einem internationalen Aufschrei. Diverse Länder wie Frankreich, Deutschland, die Tschechische Republik und ihr eigenes Heimatland Italien forderten den sofortigen Rücktritt Albaneses, weil diese Israel als «Feind der Menschheit» bezeichnet habe. Sie hingegen verteidigte sich, sie habe mit Feind der Menschheit nicht Israel gemeint, sondern «das System».
Inwiefern diese Rechtfertigung das Ganze besser macht, bleibe dahingestellt. Denn es ist letztlich irrelevant. Relevant ist hingegen, dass Albanese überhaupt am Al Jazeera-Forum in Doha teilgenommen hat. Denn der arabische Kanal von Al Jazeera ist nichts anderes als der wichtigste Propagandaarm der palästinensischen Terrororganisation Hamas. Deshalb haben ihn die beiden grössten Schweizer Telekom-Unternehmen Swisscom und Sunrise unlängst aus ihren Kabelnetzen entfernt – was der Schweiz weltweit Anerkennung eintrug. Auch in der EU wurde ein Verbot von Al Jazeera Arabic wegen seiner institutionellen Verbundenheit mit Hamas schon diskutiert.
Das weiss Albanese selbstverständlich. Dass sie trotzdem an einem Event von Al Jazeera teilnahm, zeigt schon, wo sie als Vertreterin der zur Unparteilichkeit verpflichteten Vereinten Nationen steht: Auf der Seite der Palästinenser und deren brutalster Terrororganisation.
Nun ist dies allerdings keine neue Erkenntnis. Seit vielen Jahren fällt die Italienerin immer wieder mit antisemitischen und israelfeindlichen Äusserungen auf. Und gerne zeigte sie sich in der ersten Reihe der Marschierenden, als es in ihrer Heimat zu pro-palästinensischen Demonstrationen kam, bei denen zur Vernichtung des Staates Israel aufgerufen wurde: «from the river to the sea».
In den USA ist Albanese deshalb schon seit geraumer Zeit zur persona non grata erklärt worden. Es versteht sich von selbst, dass sie auch in Israel nicht mehr willkommen ist. Aber selbst wenn jetzt führende europäische Länder wie Frankreich, Deutschland und Italien, unterstützt von der Tschechischen Republik, ihren Rücktritt fordern, wird es kaum dazu kommen. Denn mit ihrem Antisemitismus und ihrer Israelfeindlichkeit verkörpert Albanese nichts anderes als die Mehrheitsmeinung in der UNO und deren Führungsspitze.
Dies illustriert wunderbar auch ein zweites Beispiel: die U(NRWA), das UNO-Flüchtlingshilfswerk, das sich seit 1949 einzig und allein den Palästinensern widmet – während die Schwesterorganisation UNHCR alle anderen Flüchtlingsgruppen weltweit betreuen muss.
Was es mit der UNRWA auf sich hat, zeigt der neue 75-minütige Dokumentarfilm «UNraveling UNRWA – die Entlarvung der UNRWA». FokusIsrael.ch präsentierte die preisgekrönte israelisch-deutsche Dok am vergangenen Montag in Zürich erstmals in der Schweiz einem 200-köpfigen Publikum, darunterzahlreiche kommunale und kantonale Politiker. Vertreter des städtischen Parlaments, das am 8. März neu gewählt wird, zeigten sich bei einem anschliessenden Podiumsgespräch ziemlich schockiert über das, was sie zuvor gesehen hatten.
Denn «UNraveling UNRWA» belegt anhand von Interviews mit ehemaligen UNRWA-Verantwortlichen, Videos, und Dokumenten, wie diese UNO-Organisation mit der Terrororganisation Hamas verbandelt ist, wie sie an ihren Schulen durch ihre Lehrer und in ihren Schulbüchern schon bei den Allerkleinsten den Hass auf Juden und Israel züchtet. Und vor allem: Wie die UNRWA unermüdlich das «Recht auf Rückkehr (nach Israel)» propagiert. Nicht nur bei den im israelischen Unabhängigkeitskrieg Vertriebenen und Geflüchteten, von denen nur noch wenige Zehntausend leben, sondern auch bei deren Kindern, Enkeln und Urenkeln.
Der Schweizer Aussenminister, Bundesrat Ignazio Cassis, erkannte deshalb schon 2018 zurecht, dass «die UNRWA nicht die Lösung ist, sondern das Problem.» Nämlich das Problem, dass die UNRWA mit ihrem Verhalten und ihrem Rückkehr-Narrativ einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern verunmöglicht. Denn eine «Rückkehr» von sechs Millionen Palästinensern – von denen 5.97 Millionen noch nie in ihrem Leben in Israel waren, also das Prädikat «Rückkehrer» gar nicht verdienen würden – wäre das Ende Israels als jüdischer Staat, in dem bereits zwei Millionen Araber leben. Und über kurz oder lang auch das Ende der dort lebenden Juden.
Aber genau wie die Antisemitin Francesca Albanese weiss auch die UNRWA, dass sie mit ihrer auf die Vernichtung Israels abzielenden Politik bei einer Mehrheit der UNO-Staaten und der UNO-Leitung Rückendeckung hat. Denn sowohl das Rückkehrrecht als auch die Vererbung des Flüchtlingsstatus entsprechen der offiziellen UNO-Politik.
Allerdings nur für die Palästinenser. Keiner anderen Flüchtlingsgruppe weltweit wurden diese Rechte zuerkannt. Weder das eine noch das andere. Schon gar nicht den zwischen 800’000 und 900’000 Juden, die in den Jahren nach der Staatsgründung Israels aus den arabischen Ländern flüchten mussten, oder deren noch lebenden Nachkommen.
Insofern muss man Francesca Albanese und der UNRWA dankbar sein: Sie entlarven die Juden- und Israelfeindlichkeit der Vereinten Nationen, deren Name nicht einmal mehr ein Euphemismus ist. Und sie veranschaulichen, weshalb die einzige Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten auf US-Präsident Donald Trumps in vielen (UNO-)Ländern umstrittenem neuen «Friedensrat» beruht.
Hier geht es zu den Fotos vom UNRWA-Podium an der FokusIsrael-Veranstaltung in Zürich am 16. Februar:











Fotos: Miklos Rozsa und Stella Zeco
Sacha Wigdorovits ist Präsident des Vereins Fokus Israel und Nahost, der die Webseite fokusisrael.ch betreibt. Er studierte an der Universität Zürich Geschichte, Germanistik und Sozialpsychologie und arbeitete unter anderem als USA-Korrespondent für die SonntagsZeitung, war Chefredaktor des BLICK und Mitbegründer der Pendlerzeitung 20minuten.
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