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Zürcher Hochschule der Künste: Hochburg des akademischen Israelhasses und Antisemitismus

Von Sacha Wigdorovits i

Nachdem Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine überfallen hatte, zögerte Thomas D. Meier, der damalige Rektor der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK, nicht lange. Unter dem Titel «Solidarität mit der Ukraine: Anlaufstellen und Aktionen» liess er eine eigene Webseite aufschalten.

Dort schrieb Meier Klartext: «Mit Entsetzen und tiefer Besorgnis verfolgen wir die aktuellen Ereignisse in der Ukraine und verurteilen die militärische Offensive der russischen Regierung aufs Schärfste. Wir sind der Meinung, dass der russische Angriff auf einen souveränen Staat in Europa ein eklatanter Bruch des Völkerrechts und durch nichts zu rechtfertigen ist (…) Unsere Solidarität gilt der ukrainischen Bevölkerung.»

Nach dem Massaker der Terrororganisation Hamas im Süden Israels am 7. Oktober 2023, dem grössten Pogrom seit dem Zweiten Weltkrieg, handelte Meiers Nachfolgerin als Rektorin, Karin Mairitsch, anders: Sie schwieg. 

Erst neun Tage nach dem Terroranschlag, und nur nach Insistieren von Mitgliedern ihres Lehrkörpers, war die ZHdK-Rektorin schliesslich zu einem E-Mail an die Studierenden bereit – darunter auch solche aus Israel sowie vom 7. Oktober betroffene Jüdinnen und Juden aus der Schweiz. 

E-Mail zum 7. Oktober, bei dem Terror und Israel keine Themen sind

Um sich nicht zu exponieren, versandte Mairitsch, die ihr Amt an der ZHdK im Oktober 2022 angetreten hatte, dieses E-Mail allerdings nicht selbst – sie liess dies eine Mitarbeiterin tun. Diese schrieb den Studentinnen und Studenten in Mairitschs Auftrag: «Im Namen der ZHdK möchten wir euch angesichts der gewaltvollen Auseinandersetzungen und der schwerwiegenden Folgen, unter denen die Zivilbevölkerung im Nahen Osten leidet, unser Mitgefühl aussprechen.»

Dass es bei diesen «gewaltvollen Auseinandersetzungen» um einen Terrorakt ging, verübt von der palästinensischen Hamas und einem Mob aus Gaza, davon steht in dem Mail kein Wort. Ebenso wenig ist dort zu lesen, dass es beim Tatort «im Nahen Osten» um Israel geht und dass die darunter «leidende Zivilbevölkerung» 1’200 grösstenteils israelische Opfer waren – Babys, Kinder, Jugendliche sowie Frauen und Männer jeden Alters –, die von den Terroristen auf bestialische Weise gequält, misshandelt, vergewaltigt und ermordet wurden.

Weshalb Mairitsch in dem «Mitgefühl»-E-Mail all dies verschweigen liess, begründete sie danach auf Kritik von Betroffenen hin mit den folgenden Worten: «Derzeit besteht erhöhtes Risikopotenzial. Dieses trifft uns alle und ist keineswegs auf Personen mit Bezug zu Israel oder Palästina beschränkt. (…) Die ZHdK hat sich bisher zu den tragischen Vorfällen nicht geäussert, um das Risiko ihrer Angehörigen nicht zu erhöhen.»

Alle antisemitischen Aktionen blieben für die Täter folgenlos

Diese Begründung von ZHdK-Rektorin Mairitsch ist sachlich nicht nachvollziehbar. Doch sie steht sinnbildlich für ihr Verhalten in den zweieinhalb Jahren seither. Denn seit dem 7. Oktober 2023 unternimmt Mairitsch kaum etwas gegen die antisemitischen und israelfeindlichen Aktionen in ihrer Schule. Diese sind zahlreich und umfassen:

Verweigerung von Gegenmassnahmen aus «formellen» Gründen

In diversen Verlautbarungen erklärte die ZHdK-Schulleitung zwar, sie sei der «politischen Neutralität» verpflichtet. Aber Tatsache ist, dass Rektorin Mairitsch und ihr Team bisher praktisch nichts gegen die fortwährenden antizionistischen (antisemitischen) und israelfeindlichen Polit-Aktionen an ihrer Hochschule unternommen haben. 

Zwar entfernt der Hausdienst umgehend alle Schmierereien. Und in der Zwischenzeit hat die ZHdK in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund SIG für ihre Angehörigen eine Veranstaltung «Jüdische Perspektiven sichtbar machen: Antisemitismus, Vielfalt und gesellschaftlicher Dialog» durchgeführt (sie wurde bezeichnenderweise nur von sehr wenigen Teilnehmern besucht).

Ein einziges Mal erstattete die Schulleitung gegen einen Aktivisten auch Strafanzeige. Doch offenbar wurde diese später wieder zurückgezogen, nachdem Rektorin Mairitsch von pro-palästinensischer Seite massiv für die Anzeige kritisiert worden war.

Die ZHdK-Leitung schaut den juden- und israelfeindlichen Aktivitäten an ihrer Schule nicht bloss weitgehend tatenlos zu. Sie lehnte es sogar noch ab, einen Antrag zur Beruhigung der Situation zu behandeln. Dabei handelte es sich um Vorschläge jüdischer ZHdK-Angehöriger, wie die Schule auf den fortwährenden Antisemitismus und die Diskriminierung ihrer jüdischen Angehörigen reagieren könnte.

Sie hätten nicht das Recht, der Hochschulleitung einen solchen Antrag zu unterbreiten, wurde den Verfassern der Vorschläge durch den Rechtsdienst der Hochschule ausgerichtet. Denn «formell» seien nur Mitglieder der Hochschulleitung selbst sowie Vertreter von deren Mitwirkungsgremien berechtigt, Anträge zu stellen.

Jüdische ZHdK-Studierende haben Angst 

Das passive Verhalten der Schulleitung hat die jüdischen – insbesondere die israelischen – ZHdK-Angehörigen massiv verunsichert und verängstigt. Als Folge davon bleiben sie der Schule, wenn immer möglich, fern. Es ist sogar schon dazu gekommen, dass ein ZHdK-Absolvent um Verschiebung seiner Prüfung bat, weil gleichzeitig eine pro-palästinensische Aktion angesagt war. (Sein Dozent hatte dafür Verständnis und verschob das Examen.)

Dazu erklärt die ZHdK, sie sei sich bewusst, «dass geopolitische Spannungen auch im Hochschulalltag spürbar sind und bei einzelnen Hochschulangehörigen zu Verunsicherung führen können.» Dass es dabei um den von der Terrororganisation Hamas verursachten Krieg in Gaza und um pro-palästinensische Aktionen einerseits sowie um die davon betroffenen jüdischen Studierenden und Mitarbeiter der ZHdK andererseits geht, erwähnt die Schulleitung nicht. 

Auch bezüglich der zahlreichen Schmierereien und Aktionen seit dem 7. Oktober 2023 vermeidet die ZHdK in ihrer Antwort bewusst jeden Hinweis darauf, dass dahinter Hamas-Sympathisanten stehen. Und den zahlreichen gut dokumentierten Beispielen zum Trotz schreibt sie, es habe sich «um vereinzelte Vorfälle» gehandelt.

Hingegen verweist Schulleitung der ZHdK auf «das Spannungsfeld zwischen dem Schutz der Meinungsfreiheit und deren klaren Grenzen bei Hassrede und Diskriminierung». Und sie versichert, sie toleriere «keine antisemitischen oder diskriminierenden Handlungen». 

Die zweieinhalb Jahre seit dem 7. Oktober 2023 zeigen, dass dies leere Versprechungen sind. Es macht auch nicht den Anschein, als würde sich daran in nächster Zeit etwas ändern.


Sacha Wigdorovits ist Präsident des Vereins Fokus Israel und Nahost, der die Webseite fokusisrael.ch betreibt. Er studierte an der Universität Zürich Geschichte, Germanistik und Sozialpsychologie und arbeitete unter anderem als USA-Korrespondent für die SonntagsZeitung, war Chefredaktor des BLICK und Mitbegründer der Pendlerzeitung 20minuten. 

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