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Der schwächste Präsident seit 1776: Donald Trump kapituliert. Iran gewinnt.

Von Markus Somm

Wer «Roger gegen Markus» kennt, die wöchentliche Kampfsendung, die ich mit Roger Schawinski auf Radio 1 bestreite, weiss, dass ich seit Jahren sage, ich fände die Politik von Donald Trump, dem US-Präsidenten, inhaltlich zu 82 Prozent gut. 

Was Trump diese Woche auf Schloss Versailles unterzeichnet hat, ist eine der peinlichsten Kapitulationsurkunden, die Amerika je unterzeichnet hat. 

Ich finde sogar den Abschluss des Vietnam-Krieges weniger schlimm, wenn er auch verheerend war, und die nordvietnamesischen Kommunisten kurz darauf so gut wie nichts davon einhielten, was sie schriftlich und hinterhältigversprochen hatten. Amerika warf ihnen Südvietnam zum Frass vor. Immerhin war das jedoch ein Rückzug, nachdem man acht Jahre lang selber Krieg geführt und dabei rund 58’000 Soldaten verloren hatte. 

Überstürzt, hektisch, wenn nicht verzweifelt hat er zu nächtlicher Stunde ein Abkommen unterschrieben, dessen unmittelbar bevorstehende Fertigstellung er in den vergangenen Wochen etwa 40-mal angekündigt hatte. So kann man sich als mächtigster Mann der Welt natürlich auch zum schwächsten Affen des Planeten machen.

Genaueres ist nicht bekannt.

Für einmal, wenn man an Trumps übliche Verlautbarungen denkt, ist das ein wenig übertrieben. Achtung, Ironie. 

Art of the Deal? Was da der selbsternannte Chefunterhändler der Weltgeschichte einem der brutalsten und unrechtmässigsten Regimes der Gegenwart zugestanden hat, macht sprachlos, sofern man sich die Mühe nimmt, die kriecherische Sprache des Vertrags über sich ergehen zu lassen: Iran muss kaum eine Konzession gewähren – im Wesentlichen besteht diese darin, die widerrechtliche Sperrung der Strasse von Hormus zu beenden –

Der Teufel wird dafür bezahlt, dass er die Hölle ordentlich aufgeheizt hat.

Ob in den kommenden 60 Tagen, wie vereinbart, Iran wenigstens in Sachen Atomprogramm nachgeben wird, steht in den Sternen, doch in Trumps Universum bleibt Iran eine potenzielle Atommacht – und es ist ihm neuerdings einerlei. 

Noch vor wenigen Wochen hat Trump trotzig daran festgehalten, dass Iran nie im Leben eine Atombombe besitzen dürfe. 

Sprachlos: Der israelische Publizist Amit Segal, den ich schon des Öfteren herangezogen habe, vergleicht diesen «Deal» mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs: 

Donald Trump ist angetreten, um in die Geschichte einzugehen. Das dürfte ihm gelingen. Wenn er sich nicht vorsieht, wird er als schwächster Präsident seit 1776 in den Geschichtsbüchern verewigt werden. 

Die Linke hasst ihn schon lange, die Rechte hat eben begonnen, ihn zu verachten. Ich gehöre dazu.

Oder um es mit Benjamin Franklin, einem der grossen Gründungsväter Amerikas zu sagen: «Es braucht viele gute Taten, um einen guten Ruf aufzubauen, und nur eine schlechte, um ihn zu verlieren.»

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Markus Somm ist Herausgeber von Nebelspalter.ch, wo dieser Kommentar publiziert wurde.

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