Zum Inhalt

Das Zürcher Filmfestival als Bannerträger der Palästinenser

Seit dem Massaker der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 ist die palästinensische Sache am Zürich Film Festival (ZFF) buchstäblich Programm. Und auch das Geld von Personen, die gemäss der Bundeskriminalpolizei Fedpol mit der radikalen Islamistenszene in Verbindung stehen, ist willkommen.

Zu den «Highlights» des diesjährigen Zürich Film Festival (ZFF) gehört der Dokumentarfilm «Naza». Obwohl von zwei israelischen Aktivisten gedreht, ist er als andere als pro-israelisch. Im Gegenteil, er erhebt gravierende Anschuldigungen an die Adresse der israelischen Verteidigungsstreitkräfte IDF im Zusammenhang mit ihrem Vorgehen im Gaza-Krieg. Zwar nicht der einzige, aber der gravierendste Schönheitsfehler: Der Film beruht auf 24 anonymen Zeugenaussagen. Bei den Personen steht nicht fest, ob sie überhaupt dem israelischen Inlandgeheimdienst Schin Bet und der IDF angehören, wie im Film behauptet, oder ob dies frei erfunden ist.

Vier pro-palästinensische, israel-kritische Filme in zwei Jahren …

Das spielt für die Verantwortlichen des ZFF um Festivaldirektor Christian Jungen aber offensichtlich keine Rolle. Denn im Vordergrund scheint für sie nicht die Glaubwürdigkeit von «Naza» zu stehen, sondern dass der Film sich für die Palästinenser und gegen den israelischen Staat einsetzt.

Dies erklärt auch, weshalb die katarisch-palästinensisch-britische Co-Produktion «Life Support» ebenfalls Teil des diesjährigen ZFF-Programms ist. Darin geht es um die prekäre medizinische Versorgungslage in den Spitälern in Gaza während des Krieges zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas. Letztere nutzte die Spitäler, deren Patienten und deren Personal als Schutzschilde für ihre unterirdischen Kommandozentralen und Tunnel, in denen sie den Grossteil der 251 israelischen Geiseln gefangen hielt, welche sie beim Massaker vom 7. Oktober entführt hatte. Aber Schuld an der schlechten Situation in den Spitälern ist natürlich Israel.

Schon beim ZFF 2025 war die anti-israelische und pro-palästinensische Propaganda buchstäblich Programm. Damals wurden die palästinensisch-amerikanische Produktion «All That’s Left of You» sowie die tunesisch-französische Produktion «The Voice of Hind Rajab» gezeigt. Beides ebenfalls israel-kritische Filme.

… aber seit dem Massaker vom 7. Oktober kein pro-israelischer Film

Im krassen Gegensatz dazu steht die Anzahl von Dokumentarfilmen mit einer pro-israelischen Perspektive, die das ZFF seit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 gezeigt hat: Null! Dabei hätte es an solchen Filmen in den vergangenen Jahren und auch jetzt wieder nicht gefehlt.

Dazu gehört beispielsweise die deutsch-israelische Produktion «Supernova: The Music Festival Massacre», über die Ermordung von 360 jungen Raverinnen und Ravern am Nova-Festival durch die Hamas am 7. Oktober. Der Film gewann 2024 den Deutschen Fernsehpreis und wurde im selben Jahr in Europa und den USA auf diversen Filmfestivals gezeigt – nicht aber auf jenem in Zürich.

Oder aber der ebenfalls deutsch-israelische Dokumentarfilm «UNraveling UNRWA» aus dem Jahr 2025. Darin wird anhand von Videos und Gesprächen mit Palästinensern, Israelis und UNO-Führungskräften aufgezeigt, wie das UNO-Palästinenserhilfswerk UNRWA eine massgebliche Mitverantwortung an der ungelösten palästinensischen Flüchtlingsproblematik hat und wie die UNRWA-Schulen von Hamas-Lehrpersonal und israelfeindlicher Hamas-Kriegspropaganda infiltriert sind. Auch dieser Dokumentarfilm wurde prämiert – aber war für die ZFF-Verantwortlichen kein Thema.

Vor diesem Hintergrund ist es – um es jiddisch zu sagen – «Chuzpe» (Unverfrorenheit), wenn das ZFF, darauf angesprochen, erklärt: «Generell zeigt sich die Vielfalt an Stimmen und Perspektiven in der Breite unseres Programms über die Jahre und bemisst sich nicht an einzelnen Filmen oder Themen.» Denn auch «über die Jahre» war am Zürich Film Festival nur eine Stimme und eine Perspektive zu sehen und zu hören: die palästinensische, anti-israelische.

Dass das ZFF Filme mit jüdischem Inhalt beziehungsweise jüdischen Personen zeigt, wie sich die Festival-Verantwortlichen zur Illustration ihrer Stimmen- und Perspektivenvielfalt rechtfertigen – dieses Jahr zum Beispiel «The Housewife», «Si Tu Penses Bien» und «Schreckschraube» – ändert daran nichts. Denn keiner dieser Filme hat auch nur im Geringsten etwas mit dem Gaza-Krieg oder dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern zu tun.

Co-Sponsor mit Beziehungen zur Islamistenszene

Der einseitige Einsatz für die palästinensische Sache und gegen Israel passt gut ins Bild des neuen ZFF-Co-Sponsors Gisada. Diese Winterthurer Parfummarke, die auch die Trikots des FC Basel ziert, gehört dem in Winterthur aufgewachsenen Nordmazedonier Arben Ademi. Wie das Online-Medienportal watson.ch Ende 2025 aufdeckte, sieht die Bundeskriminalpolizei in Bern, Fedpol, Ademi in unmittelbarer Nähe der radikalen Islamistenszene.

Ademi selbst bestreitet das zwar gemäss watson.ch «vehement». Aber gestützt auf Fedpol-Unterlagen, zeigt der vom Islamismus-Experten Kurt Pelda verfasste Bericht das Gegenteil. So werden Arben Ademis Beziehungen zur radikalen Islamistenszene illustriert durch abgehörte Telefongespräche und WhatsApp-Nachrichten, Fahrten von Anhängern des Islamischen Staates IS im Privatauto seiner Ehefrau und die Unterstützung einer Moschee, in der Islamisten verkehrten.

Darauf angesprochen, antwortet das ZFF: «Nach unserem heutigen Kenntnisstand liegen weder laufende Verfahren oder Anklagen gegen das Unternehmen Gisada oder dessen Eigentümer vor, die gegen eine Zusammenarbeit sprechen.» Die Erkenntnisse des Fedpol spielen für die Festival-Verantwortlichen offenbar keine Rolle. Schliesslich sagten schon die Römer: «Pecunia non olet – Geld stinkt nicht». Und das soll im zwinglianischen Zürich anders sein?


[i] Sacha Wigdorovits ist Präsident des Vereins Fokus Israel und Nahost, der die Webseite fokusisrael.ch betreibt. Er studierte an der Universität Zürich Geschichte, Germanistik und Sozialpsychologie und arbeitete unter anderem als USA-Korrespondent für die SonntagsZeitung, war Chefredaktor des BLICK und Mitbegründer der Pendlerzeitung 20minuten.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?

Fehler melden

0/2000 Zeichen

Aktuelle Nachrichten