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Vernichtungskrieg gegen Israel ohne Israel – das Landesmuseum reagiert

Im Landesmuseum Zürich ist derzeit die Ausstellung «Wir und der Krieg» zu sehen. Sie thematisiert u.a. Flüchtlingsbewegungen als Folge kriegerischer Auseinandersetzungen. Im Zusammenhang mit dem ersten arabisch-israelischen Krieg 1948–1949, bei dem fünf arabische Armeen versuchten, den soeben gegründeten jüdischen Staat auszulöschen, ersetzte das Landesmuseum den Hinweis auf Israel durch «Palästina». Dies, obwohl es einen solchen Staat bis heute nicht gibt und der Krieg auf israelischem Territorium stattfand. Auf Intervention von FokusIsrael.ch hin erklärten sich die Verantwortlichen bereit, den Eintrag zu korrigieren.

Von Sacha Wigdorovits

In der Ausstellung «Wir und der Krieg» zeigt das Landesmuseum Zürich schweizerische und internationale Flüchtlingsbewegungen seit dem 16. Jahrhundert als Folge kriegerischer Auseinandersetzungen. Dazu gehören neben dem Ersten Weltkrieg (1914–18) und dem Zweiten Weltkrieg (1939–45) etwa der Ungarn-Aufstand (1956), der Tibet-Aufstand (1959–65) und der Prager Frühling (1968). Diese Ereignisse werden auf einer grossen Zeittafel dargestellt.

Zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem Ungarn-Aufstand ist dort auch der erste arabisch-israelische Krieg vermerkt. Er begann 1948 unmittelbar nach der Ausrufung des jüdischen Staates, als die Armeen Ägyptens, Jordaniens, Syriens, des Libanon und des Irak in Israel einfielen, um den neuen Staat zu vernichten. 1949 endete der Krieg mit Waffenstillstandsabkommen.

Auf der Übersichtstafel im Landesmuseum, die alle wichtigen kriegerischen Ereignisse seit dem Jahr 1500 darstellt, steht dieser Eintrag folgendermassen:

1948–

Palästina und Gaza 

Nahostkonflikt 

Kriegsgewalt 

Dieser Eintrag ist in mehrfacher Hinsicht falsch. Es stimmt zwar, dass in Folge des Kriegs gegen Israel 1948 und 1949 rund 700’000 Araber flohen – teils, weil sie von ihren Führern wie dem Grossmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, zur Flucht aufgefordert wurden, teils weil sie von den israelischen Streitkräften vertrieben wurden, aber:

Politische Präferenzen statt historischer Tatsachen?

Die Häufung all dieser Fehler erweckte den Eindruck, als hätten sich die Ausstellungsverantwortlichen bei der Formulierung der kriegerischen Auseinandersetzung von 1948-49 nicht von den historischen Fakten, sondern von ihren (pro-palästinensischen) politischen Präferenzen leiten lassen.

Auf Anfrage von FokusIsrael.ch bestritt das Landesmuseum, dass politische Präferenzen die Formulierung bestimmt hätten. Es räumte jedoch ein, «dass im Kontext der Wandgrafik dieser Begriff («Palästina», Red.) historisch unscharf ist und missverständlich wirken kann.» Deshalb werde man, so verspricht das Museum, «den Eintrag auf der Wandgrafik anpassen». 

Das ist zu begrüssen, zumal die entsprechende Anpassung einfach ist. Korrekterweise, und um mit den anderen Einträgen auf der Zeittafel übereinzustimmen, müsste dort lediglich stehen:

1948-1949

Israel

Erster arabisch-israelischer Krieg

Kriegsgewalt

Damit würde das Landesmuseum beweisen, dass es historische Aufarbeitung und nicht (antiisraelische) Politik betreibt.

Das abgebildete Gebiet wird im Original ausdrücklich als Israel bezeichnet, nicht als «Palästina».

Sacha Wigdorovits ist Präsident des Vereins Fokus Israel und Nahost, der die Webseite fokusisrael.ch betreibt. Er studierte an der Universität Zürich Geschichte, Germanistik und Sozialpsychologie und arbeitete unter anderem als USA-Korrespondent für die SonntagsZeitung, war Chefredaktor des BLICK und Mitbegründer der Pendlerzeitung 20minuten. 

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