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Iran steht am Abgrund. Der Wirtschaftskrieg der Amerikaner zeigt Wirkung.

Von Markus Somm

Die Fakten: Der Iran verliert infolge der amerikanischen Blockade jeden Tag 400 bis 500 Millionen Dollar an Einnahmen.

Warum das wichtig ist: Dieses Land wird bald zusammenbrechen – und mit ihm dessen lausiges Regime.

Wer die westlichen Medien verfolgt, der erhält fast unweigerlich den Eindruck, Iran müsste ein Wunderland sein. Ajatollah im Wunderland. Obwohl die Amerikaner den Iran seit Monaten sanktionieren, blockieren und bombardieren, scheint es unsinkbar zu sein – wie einst die Titanic.

Tatsächlich ist diese am Ende.

Die Inflation erreicht astronomische Ausmasse, die Arbeitslosigkeit gigantische Höhen, die Nahrungsmittelknappheit brutale Tiefen. Wenn nicht bald eine Hungersnot ausbricht, dann müssen die Mullahs wirklich über einen privilegierten Zugang zu Gott verfügen.

Inzwischen hat sich der Wert der Währung pulverisiert:

Zwar ist die iranische Währung noch nicht so tief abgestürzt wie seinerzeit die Mark im Deutschland der 1920er Jahre, als man im November 1923 für einen Dollar am Tiefpunkt 4,2 Billionen Mark zahlte, doch man befindet sich auf dem sicheren Weg dorthin.

Mit anderen Worten, Iran kann nach allem menschlichen Ermessen nicht mehr allzu lange durchhalten. Die Blockade der Amerikaner, insbesondere der iranischen Häfen, um jeglichen Ölexport zu unterbinden, macht sich bemerkbar – auch wenn das den meisten westlichen Journalisten nicht bewusst zu sein scheint.

Letzte Woche räumte der Chef der iranischen Zentralbank ein, dass die Ausfuhr von iranischem Öl auf Null gesunken sei. Nullkommanull.

Dass das iranische Volk das Regime noch nicht ins Pfefferland geschickt hat, beweist, wie gelähmt es nach wie vor ist. Aus Sicht des Regimes haben sich die Massaker «ausbezahlt», die es im Januar an der eigenen Bevölkerung verübt hat, um die zahlreichen, mächtigen Demonstrationen niederzuschlagen.

Die Schergen, Foltermeister und staatlich diplomierten Mörder haben ganze Arbeit geleistet – so dass sich heute kein Iraner mehr traut, von neuem einen Aufstand anzuzetteln. Oder anders gesagt: Wer dissident und mutig war, ist schon lange tot.

Dennoch wackelt das Regime.

Was sich an den offiziellen Stellungnahmen ablesen lässt:

Dass diese Politiker es wagen, solch schlechten Nachrichten der Öffentlichkeit anzuvertrauen, offenbart, wie ausweglos die Situation sein muss. Niemand kann es übersehen. Alle wissen es.

So gesehen machen es die Amerikaner endlich richtig. Was sie schon im Februar hätten tun sollen, nehmen sie nun mit Entschlossenheit an die Hand: Sie überziehen den Iran mit dem wohl umfassendsten Boykott, den ein Land je über sich ergehen lassen musste.

Am Montag trat Finanzminister Scott Bessent zu diesem Zweck vor die Medien und kündigte den totalen Wirtschaftskrieg an, er sprach von einem «ökonomischen D-Day».

Irans Banken, Irans Exporte, Irans Importe, Irans Reisetätigkeit: alles wird künftig von den USA blockiert, und jedem Land, das Iran hilft, die Boykotte zu umgehen, drohte Bessent eine Art wirtschaftliches Armageddon an.

Man darf gespannt sein, wie lange sich Trump von seinem angeblich so guten Freund Xi Jinping noch an der Nase herumführen lässt.

Nullkommanull. Solange Iran kaum mehr Öl losbringt, ist das Regime dennoch zum Untergang verdammt.

Die Amerikaner brauchen nur Geduld. Was deren Präsident bekanntlich nur in Mikro-Dosen besitzt.

Oder um es mit Leo Tolstoi, dem grossen russischen Schriftsteller, zu sagen:

«Die beiden mächtigsten Krieger sind Geduld und Zeit

Markus Somm ist Chefredaktor des «Nebelspalters».

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