20. August 2026
Der Mekka-Pakt und seine Bedeutung für Israel
Auf militärischem Gebiet hat sich die Situation im Nahen und Mittleren Osten nicht bloss wegen des Konflikts mit dem Iran verändert. Vor wenigen Wochen haben Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei das Mecca Joint Defence Agreement abgeschlossen. Ein Angriff auf einen Bündnispartner gilt dabei, analog zur Nato, als Angriff auf alle anderen im Pakt zusammengeschlossenen Länder.
Einen Gegner nennt die Pakt-Vereinbarung nicht, aber gemeint ist Iran. Der Mekka-Pakt ist damit keine Anti-Israel-Koalition. Er ist vor allem eine Absicherung gegen befürchtete amerikanische Unzuverlässigkeit, also ein Versuch, die eigene Sicherheit gegenüber dem Iran auf eine breitere Basis zu stellen, statt sich dabei nur auf Washington zu verlassen.
Aber der Mekka-Pakt ist für Israel trotzdem problematisch. Nicht wegen Saudi-Arabien, sondern wegen der Türkei unter Präsident Erdoğan, denn dieser steht der Terrororganisation Hamas nahe und beherbergt sie im eigenen Land. Hinzu kommt, dass der Dritte im Bunde, Pakistan, Atomwaffen besitzt und keinerlei Beziehungen zu Israel unterhalt. Würde später auch noch Ägypten dazustossen, dann wäre der jüdische Staat auch auf der Sinai-Halbinsel direkt mit dem Mekka-Pakt konfrontiert.
Das Militärbündnis zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan zeigt zudem, dass die Abraham Accords nicht der einzige Weg für die Staaten im Nahen und Mittleren Osten sind, um ihre Sicherheitsfragen zu lösen. Und auch wenn der gemeinsame Feind Iran bei der Gründung des Mekka-Pakts im Vordergrund stand, so kann sich Israel doch nur schlecht um eine Teilnahme bewerben.
Der einzige Weg für Israel bleibt deshalb, die eigene Unentbehrlichkeit in militärisch-technologischer Hinsicht sicherzustellen. Denn wer die beste Raketenabwehr und Aufklärung liefert, wird auch von einem Militärbündnis nicht umgangen werden, das ihn im Vertragstext nicht erwähnt.
Mohamed Diwan ist ein arabischer Politanalyst. Er lebt in der Schweiz.
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