23. Januar 2026
Netanyahu macht in Trumps «Friedensrat» trotz Vorbehalten mit
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat seine Teilnahme am von US-Präsident Donald Trump initiierten internationalen «Board of Peace» bekanntgegeben. Das Büro des Premiers bestätigte die Annahme der Einladung über einen offiziellen X-Post.
Der Schritt folgt trotz der deutlichen israelischen Kritik an der Zusammensetzung gewisser Gaza-Gremien der neuen Friedensorganisation, insbesondere an der Beteiligung der Türkei und Katars.
Wie von JNS.org zitierte Analysten erklärten, war der Handlungsspielraum Jerusalems gegenüber der von den USA vorangetriebenen Initiative äusserst begrenzt. Die diplomatische Ausgestaltung der Nachkriegsphase in Gaza werde massgeblich von Washington bestimmt, während sich Israels Einfluss vor allem auf die Durchsetzung konkreter sicherheitspolitischer roter Linien beschränke.
Yoni Ben-Menachem vom Jerusalem Center for Security and Foreign Affairs sagte gegenüber JNS.org, solange die Türkei und Katar nicht physisch in Gaza präsent seien, könne ein internationales Gremium existieren – die operative Kontrolle müsse jedoch bei Israel bleiben. Er warnt zudem davor, dass beide Staaten versuchen könnten, ihre Rolle zu nutzen, um eine echte Entwaffnung der Hamas zu unterlaufen.
Jonathan Schanzer von der Foundation for Defense of Democracies kritisiert die Einbindung der Türkei und Katars grundsätzlich. Beide seien finanzielle, ideologische und militärische Förderer der Hamas und trügen Mitverantwortung für Ausbruch und Dauer des Gaza-Krieges. Ihre Beteiligung untergrabe das erklärte Ziel der neuen Friedensorganisation und mache eine glaubwürdige Entwaffnung der Terrororganisation unwahrscheinlich. Zugleich räumt auch Schanzer ein, dass Israels Handlungsspielraum begrenzt sei. Die Teilnahme am «Board of Peace» sei weniger Ausdruck von Zustimmung als Ergebnis strategischer Abhängigkeiten.
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