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Eine Million Menschen demonstrieren in Israel für Geisel-Deal und ein Ende des Gaza-Kriegs

Israel erlebte am 17. August 2025 den grössten Protesttag seit Beginn des Gaza-Krieges: Landesweit beteiligten sich laut Organisatoren rund eine Million Menschen an Streiks und Demonstrationen, in Tel Aviv allein über eine halbe Million. Strassen wurden blockiert, Dutzende festgenommen, teils kam es zu Zusammenstössen mit Autofahrern und Polizei.

Im Zentrum stand die Forderung nach einem Ende des Krieges und der Freilassung der noch 50 Geiseln in Gaza. Nach israelischen Angaben befinden sich darunter die Leichname von mindestens 28 Toten, während etwa 20 Personen vermutlich noch am Leben sind, um zwei weitere gibt es grosse Sorgen. Angehörige warfen Premier Netanyahu vor, die Geiseln aus politischen Gründen zu opfern. «Mein Rom hat keine Zeit, die Geiseln haben keine Zeit», sagte Ofir Braslavski. Yehuda Cohen erklärte: «Mein Sohn Nimrod leidet, damit die Regierung Siedlungen in Gaza bauen kann.» Einav Zangauker, Mutter von Matan, klagte, die Regierung habe einen «gerechten Krieg» in einen «endlosen Krieg» verwandelt.

Auch Präsident Isaac Herzog trat in Tel Aviv auf: «Es gibt keinen Israeli, der nicht will, dass sie zurück nach Hause kommen.» Auf Englisch forderte er die Welt auf, Hamas unter Druck zu setzen: «Stoppt die Heuchelei, presst Hamas, bis sie die Geiseln freilässt.»

«Militärischer Druck bringt Geiseln nicht zurück – er tötet sie»

Ehemalige Geiseln berichteten von den Haftbedingungen und warnten, militärischer Druck gefährde die Gefangenen. «Militärischer Druck bringt Geiseln nicht zurück – er tötet sie», sagte Arbel Yehoud. Ex-Geisel Eli Sharabi erklärte, das Wissen um die Solidarität draussen habe ihnen im Kerker «die Stärke von zehn Mahlzeiten» gegeben.

Die Proteste zeigten auch Risse unter den Angehörigen: Während das Hostages Families Forum Verhandlungen fordert, warnt das rechte Tikva-Forum, Demonstrationen stärkten Hamas.

Politisch deuteten Medienberichte an, Netanyahu sei trotz harter Rhetorik zu einer «phasenweisen» Vereinbarung bereit, die die Hälfte der Geiseln freibringen und eine 60-tägige Feuerpause ermöglichen könnte.

Quelle:  Times of Israel, hier und hier.

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