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17. Januar 2025Mehr als 2 Milliarden Menschen weltweit hegen antisemitische Einstellungen
Schätzungsweise 2,2 Milliarden Menschen – 46 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung – hegen tief verwurzelte, antisemitische Einstellungen. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Dies hat eine Studie der «Anti-Defamation League» ergeben. Allerdings meinen auch 57 Prozent der Befragten, dass Hass gegen Juden ein ernstes Problem in der Welt sei.
Für die Studie im Rahmen des «Global 100 Index Score» wurden zwischen Juli 2023 und November 2024 über 58’000 Erwachsene aus 103 Ländern und Regionen befragt, was 94 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung entspricht. Der «Global 100 Index Score» wurde erstmals 2014 publiziert und ist die weltweit umfangreichste Studie zu antisemitischen Einstellungen.
Der «Global 100 Index Score» stellt den Prozentsatz der Befragten dar, die sechs oder mehr von 11 getesteten, negativen Stereotypen über Juden mit «trifft definitiv zu» oder «trifft wahrscheinlich zu» beantworteten. Zu den Aussagen, die die Befragten bewerten sollten, gehören «Juden sind für die meisten Kriege in der Welt verantwortlich», «Menschen hassen Juden wegen ihres Verhaltens», «Juden haben zu viel Kontrolle über die Medien» oder «Juden kümmern sich nur um das, was ihren eigenen Leuten passiert».
Drei Viertel (76 %) der Befragten im Nahen Osten und Nordafrika glauben, dass die meisten der 11 abgefragten Aussagen wahr sind. Etwa die Hälfte der Befragten in Asien (51 %), Osteuropa (49 %) und Afrika südlich der Sahara (45 %) hegen ein hohes Mass an antisemitischen Einstellungen. In Nord- und Südamerika (24 %), Westeuropa (17 %) und Ozeanien (20 %) sind die antisemitischen Einstellungen vergleichsweise geringer, aber immer noch bei etwa jedem fünften Erwachsenen zu finden.
Zu den Ländern und Regionen mit den höchsten Indexwerten gehören der Umfrage zufolge das Westjordanland und Gaza (97 %), Kuwait (97 %) und Indonesien (96 %), während die Länder und mit den niedrigsten Indexwerten Schweden (5 %), Norwegen (8 %), Kanada (8 %) und die Niederlande (8 %) sind.
Weitere, zentrale Ergebnisse:
- Unter den jüngeren Befragten weltweit sind antisemitische Einstellungen weiterverbreitet als im Vergleich zu älteren. So bestätigen beispielsweise 40 % der unter 35-Jährigen, dass «Juden für die meisten Kriege in der Welt verantwortlich sind», während es bei den über 50-Jährigen 29 % sind, ein deutlicher Unterschied von 11 Prozentpunkten.
- Bei den Befragten unter 35 Jahren ist der Anteil der antisemitischen Einstellungen hoch (50 Prozent), 13 Prozentpunkte höher als bei den Befragten über 50.
- 23 % der Befragten weltweit äussern sich positiv über die Terrororganisation Hamas. Bei den Befragten unter 35 Jahren sind es sogar 29 %.
- 20 Prozent der Befragten weltweit haben noch nie vom Holocaust gehört. Weniger als die Hälfte (48 Prozent) erkennt die historische Realität des Holocausts an. Nur 16 % der Befragten im Nahen Osten und Nordafrika und 23 % in Afrika südlich der Sahara erkennen die historische Realität des Holocaust an.
67 Prozent lehnen Boykott israelischer Produkte ab
Allerdings meinen 57 Prozent aller Befragten, dass Hass gegen Juden ein ernstes Problem in der Welt sei. Dies ziehe sich durch alle geographischen Regionen, Altersgruppen, Bildungsniveaus und politischen Orientierungen. Hier könnten Regierungen anknüpfen, um dem Trend entgegenzuwirken, schreibt die Anti-Defamation League.
Dass ihr jeweiliges Land Beziehungen mit Israel haben sollte, befürworten 71 Prozent der Teilnehmer. 75 Prozent sprachen sich dafür aus, israelische Touristen zu empfangen. Einen Boykott israelischer Produkte lehnten 67 Prozent ab.

Schild „Keine Juden erlaubt“ (Jüdisches Museum) – USA © B Christopher / Alamy Stock Photo