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Kolumne von Markus Somm – Von Israel lernen heisst siegen lernen

Niemand in der iranischen Führung kann sich vor den Israelis noch sicher fühlen.

Diese Woche hat Israel von neuem bewiesen, dass es vermutlich die schlagkräftigste und intelligenteste Militärmacht der Gegenwart ist. Kurz nacheinander sorgte es dafür, dass zuerst Hizbollah-Führer Fuad Shukr in Beirut starb und dann in Teheran auch Ismail Haniya, der Chef des Politbüros der Hamas. Während in Beirut eine israelische Drohne einen der übelsten Terroristen der Weltgeschichte erledigte, kam in Teheran wohl eine Bombe zum Einsatz. Sie war schon vor Monaten in der Residenz des Hamas-Chefs platziert worden. Trifft zu, was die britische Zeitung «The Telegraph» berichtet, dann hatten iranische Agenten der Islamischen Revolutionsgarde das getan, die vom israelischen Geheimdienst Mossad dazu bestochen worden waren. Welche Demütigung für das Regime der tödlichen Maulhelden in Teheran.

Dass die Israelis dazu in der Lage waren, zeigt, dass sie den iranischen Sicherheitsapparat infiltriert haben, als handelte es sich um einen Kaninchenzüchterverein mit Hang zur Gewalt. Niemand in der iranischen Führung kann sich vor den Israelis noch sicher fühlen, wenn nicht einmal der Revolutionsgarde zu trauen ist – einer ideologisch und militärisch bestens geschulten Elitetruppe, wo nur loyale, ja fanatische Anhänger des theokratischen Regimes überhaupt dienen dürfen. Was das heisst? Man stelle sich vor, es wäre den Briten im Zweiten Weltkrieg gelungen, zwei hohe SS-Offiziere dazu zu bringen, Adolf Hitler umzubringen. Schlaflos in Berlin, schlaflos in Teheran.

Schlagkräftig, weil die Israelis zustande bringen, was selbst die Amerikaner derzeit nicht könnten. Intelligent, weil die Israelis wissen, worauf es ankommt, wenn Krieg und Frieden auf dem Spiel stehen.

Innert weniger Stunden hat Israel seinen Feinden und seinen Freunden vor den Augen aller Weltöffentlichkeit klargemacht: Don’t mess with us. Wer sich mit uns anlegt, lebt nicht mehr lange. Ist die Botschaft primitiv? Sicher. Doch manchmal ist primitiv besser als kompliziert. Wenn im Westen nun die Angsthasen unter den Politikern und Journalisten auch wimmern und vor der Eskalation warnen – wozu es kommen könnte –, wird sich Iran doch drei Mal überlegen, was er unternimmt. Rache? Weltkrieg? Oder doch besser drohen, wettern, schimpfen und sich dann kleinlaut dem Gebet zuwenden? Ein Krieg mit Israel, das wissen die Mullahs inzwischen nur zu gut, könnte ihr eigenes Ende herbeiführen.

Auf die USA ist derzeit kein Verlass mehr

So geht Abschreckung, so geht aber auch Beziehungspflege. Insbesondere die Golfstaaten und Saudiarabien, die faktisch auf der Seite Israels stehen, wenn sie sich auch genieren, das erkennen zu lassen, dürften mit Genugtuung und Interesse die guten Nachrichten aus Beirut und Teheran entgegengenommen haben. Sie werden sich jetzt umso entschlossener um die Gunst Israels bemühen. Denn Israel bleibt offenbar das einzige Land im Nahen Osten, das sie vor dem Iran wirksam schützen kann – und auch den Mut aufbringt, die nötigen Mittel dafür einzusetzen. Zumal auf die USA derzeit kein Verlass mehr ist, solange die sicherheitspolitisch inkompetenten Demokraten in Washington regieren.
 
 
Diese – wie auch viele Politiker in Europa – unterliegen einem Grundlagenirrtum. Aussen- und Sicherheitspolitik hat etwas Barbarisches, Ruchloses. Ja, es gibt vielleicht keine Disziplin in der Politik, die simpler zu verstehen und zu betreiben ist. Die AHV reformieren, eine kluge Wirtschaftspolitik machen oder dafür sorgen, dass die Schulen etwas taugen, ist viel anspruchsvoller, als Diktatoren in ihre Schranken zu weisen. Diktatoren bewundern den Starken und verachten den Schwachen – sei es Putin, Maduro oder Ali Khamenei. Wittern sie Schwäche, schlagen sie zu, spüren sie Stärke, kriechen sie zu Kreuze. Man mag das bedauern, aber deshalb sind sie ja Diktatoren geworden. Wer meint, mit ihnen philosophische Verhandlungen über Krieg und Frieden führen zu können, ohne ihnen die Hölle heiss zu machen, bleibt besser in der Kaninchenzucht. Der Starke schreckt Feinde ab, mit Stärke gewinnt man Freunde.

Kommt es zum Krieg? Das ist die falsche Frage. Denn der Krieg ist längst da. Wenn der Westen ihn gewinnen will – ob im Nahen Osten, in der Ukraine oder vielleicht bald in Asien, dann helfen uns weder humanitäres Völkerrecht noch UNO, «regelbasierte Ordnung» oder gesundbetende Diplomatie, sondern allein eine hochgerüstete Armee und Politiker, die auch bereit sind, sie in Marsch zu setzen.

Wer Frieden will, sagten einst die Römer, bereite sich auf den Krieg vor. Das gilt auch für uns Schweizer. Von Israel lernen heisst siegen lernen.
 
Redaktion
Kolumne von Markus Somm – Von Israel lernen heisst siegen lernen
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